Schöne und gepflegte Hände sind ein Muss für ein perfektes Erscheinungsbild. Besonders Nagellack ist ein beliebtes Beautyprodukt für die Fingernägel und mittlerweile in allen möglichen Farbnuancen erhältlich. Doch wie sind unsere heutigen Produkte für die Nägel eigentlich entstanden? Die spannenden Ursprünge des Nagellacks und der Nagelpflege lassen sich weit zurückverfolgen.

Bereits 5500 vor Christus wurden im frühen China Fingernägel mit Pfanzen-Farben verziert. Besonders interessant ist, dass dieser Nagelschmuck damals den Männern vorbehalten war. Die Verzierungen galten als Symbol für Macht und Reichtum.
Im alten Ägypten entdeckten mit Kleopatra und Nofretete die ersten Frauen rote Farbe für die Nägel. Erst zu Beginn des 18. Jahrhunderts entwickelte sich in Europa die Anfänge der Nagelpflege und –verzierung. Frauen begannen damit ihre Nägel zu polieren, um ihnen auf diese Weise Glanz zu verleihen.
Die Franzosen kamen sogar im 18. Jahrhundert schon auf die Idee die Nagelspitzen weiß zu färben. Mit einem weißen Stift übermalten sie so den Alltagsschmutz, der sich unter den Nägeln befand. Dies ist der Vorläufer der heute so beliebten French Nails. Die Methoden für den natürlichen Fingernagel-Look sind seitdem selbstverständlich fortschrittlicher geworden. Neben den Färbemethoden mit einem Stift oder Lack, gibt es heutzutage auch die permanenten French Nails. Sie bestehen aus einem Nagelgel, das unter UV-Strahlen ausgehärtet wird und viele Wochen hält.
Anfang des 20. Jahrhunderts gibt es mit eingefärbten Cremes und Pudern weitere Vorläufer des Nagellacks. Kurz darauf kommt der erste durchsichtige Nagellack auf den Markt. Es entsteht die sogenannte „Mond-Maniküre“, bei der der Nagellack ausschließlich auf die Mitte des Nagels aufgetragen wird. Der Nachteil all dieser Vorläufer ist, dass die Farbe nur sehr kurz hält und deswegen ständig erneuert werden muss.
Eine Lösung für dieses Problem entsteht 1920 in der Automobilindustrie. Der Autolack deckt gut ab und seine Pigmente eignen sich auch für die Herstellung von Nagellack. Auf dieser Basis kreieren Charles und Joseph Revson im Jahr 1932 den ersten farbintensiven, deckenden Nagellack, mit dem ein streifenfreies Auftragen möglich wird.

Es folgen zunächst weitere Nagellack-Modelle in allen möglichen Rottönen. Kräftige und grelle Farben gelten lange Zeit als verpönt. Ab den 50ger Jahren sind dann aber auch bunte Farben für die Fingernägel beliebt und die Mond-Maniküre wird abgelöst von einem Auftragen auf den gesamten Nagel.
Richtig ausgefallen wird es mit den Metallic-Nagellacken ab 1972. Blaue und grüne Farben im Glitzer-Look sind der neue Trend. Außerdem wird mit der Zeit nicht mehr nur eine Farbe verwendet, sondern mehrere Farben gleichzeitig und weitere Verzierung, beispielsweise durch Schmucksteine, dekorieren fortan die Fingernägel. Zunehmend wird all dies nicht mehr nur direkt auf die Fingernägel aufgetragen, denn viele Frauen entscheiden sich für Kunstnägel. Diese boomen ab den 70iger Jahren und weisen schnell eine große Vielfalt auf. Form, Farbe und weitere Verzierungen gibt es schon bald in allen möglichen Varianten und bieten den Frauen abwechslungsreiche Looks für ihre Nägel.

Im Jahr 1995 wird der rote Nagellack wieder zum Kult. Allerdings handelte es sich nicht um irgendeinen rotfarbigen Lack, sondern um die Variante einer bekannten französischen Luxus-Brand – der bis heute bekannteste Nagellack.
Der schwarz-rote Nagellack schmückt im Film Pulp Fiction die Fingernägel der Schauspielerin Uma Thurman. Das kultige Rot gilt mittlerweile als Klassiker und erfreut sich bis heute großer Beliebtheit. Neben dem klassischen Look, sind heute aber auch alle anderen Farben angesagt. Im Sommer liegen beispielsweise bunte, knallige Farben oder Pastelltöne im Trend. Ganz nach dem Motto – erlaubt ist, was gefällt – sind den Nagelfarben und weiterem Schmuck auf den Fingernägeln heutzutage keine Grenzen mehr gesetzt. Die Branche der Nail Arts ist erfolgreich wie nie zuvor.
Die Trends für Nagellackfarben können je nach Saison und aktuellen Modeerscheinungen variieren. Klassische Farben wie Rot, Nude und Schwarz sind jedoch zeitlos beliebt. Aktuell sind auch Pastellfarben, metallische Töne und kräftige Neonfarben im Trend.
Die Haltbarkeit von Nagellack hängt von verschiedenen Faktoren ab, darunter die Qualität des Lackes, die Vorbereitung des Nagels und die Verwendung eines Überlackes. Im Allgemeinen kann Nagellack auf den Nägeln etwa fünf bis sieben Tage halten, bevor er anfängt zu verblassen oder abzublättern.
Um die Haltbarkeit deines Nagellacks zu verlängern, kannst du eine Grundierung verwenden, bevor du den Lack aufträgst, und einen hochwertigen Überlack verwendest, um den Lack zu versiegeln. Vermeide auch Aktivitäten, die den Nagellack beschädigen könnten, wie z. B. starkes Reiben oder das Einwirken von Chemikalien.
Um Nagellack zu entfernen, tränke ein Wattepad mit Nagellackentferner, platziere es auf den Nagel und lass es einige Sekunden einwirken, bevor du den Nagellack abwischst. Wiederhole diesen Vorgang bei Bedarf, bis der Nagellack vollständig entfernt ist. Vergiss nicht, deine Nägel nach dem Entfernen des Lackes mit Feuchtigkeit zu versorgen, um sie zu pflegen.
Regelmäßiges Lackieren der Nägel kann sie möglicherweise austrocknen oder schwächen, insbesondere wenn der Nagellack nicht ordnungsgemäß entfernt wird. Es ist wichtig, gelegentlich Pausen einzulegen, um den Nägeln Zeit zum Atmen und Regenerieren zu geben, und Nagelhärtungsprodukte zu verwenden, um ihre Gesundheit zu erhalten.